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Drama pur - wie in alten Zeiten!

Meiningen, 12.09.2021 – Die etwa 100 Zuschauer hatten ihr Kommen zum fälligen Punktspiel der alten Rivalen aus Hildburghausen und Meiningen nicht bereut…

Denn diese Partie bot alles, was das Fußballerherz begehrt. Sieben Tore, Gelbe Karten, Gelb-Rote Karte, Platzverweis, drei Elfmeter, eine durchwachsene Schiedsrichterleistung und Spannung pur. Zunächst egalisierte die gastgebende Eintracht-Elf zweimal den Rückstand, ging durch den zweiten verwandelten Strafstoß von Holl selbst in Führung, ehe der VfL Meiningen 04 in Unterzahl zurück schlug und drei Punkte im Gepäck verstaute. Der Uhrzeiger hatte sich kaum das erste Mal gedreht, als der Gast die Führung durch Dietsch bejubeln konnte. Franke steckte das Leder durch die Schnittstelle und der Meininger Youngster vollendete eiskalt (1.). Kurz danach hatte Mantlik den zweiten Treffer auf dem Fuß, ehe auch die Einheimischen durch Eichhorn mit einem Distanzschuss das erste Warnsignal setzten. Es entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie, in der um jeden Ball und jeden Meter gefightet wurde mit Gelegenheiten auf beiden Seiten. Mitte der ersten Hälfte konnte sich der erst 17-jährige Keeper Volklandt erstmals bewähren, als er gegen Holl parierte. Am Morgen des Spieltages erfuhr der junge Torwart von seinem Einsatz, weil Meiningens Stammkeeper Kallenbach passen musste. Das Geschehen bis zur Pause spielte sich zumeist zwischen den Strafräumen ab, so dass es wenige Torraumszenen zu sehen gab. Auch die Standards funktionierten an diesem Tag nicht wie gewünscht, was das VfL-Trainergespann Krautwurst/Kißling fast auf die Palme brachte.

Vieles sollte sich nach der Pause ändern, denn nun ging es Schlag auf Schlag. Zunächst verpassen Eichhorn und Rüffer eine Simon-Hereingabe hauchdünn, ehe Hildburghausens Goalgetter Eichhorn eine sehenswerte Doppelpasskombination erfolgreich abschließen kann (49.). Danach setzt der agile Rüffer seinen Ball aus halblinker Position an den Pfosten und Eichhorn im Anschluss an eine Ecke seinen Ball per Seitfallzieher knapp neben das Meininger Gehäuse. Die Gäste aus der Theaterstadt schütteln sich kurz und schlagen zurück, als wieder Dietsch der letzte Adressat ist und dieser mit einem Heber Torwart Geyling überwindet (57.). Diesmal war es dann Mantlik, der gleich zweimal die Möglichkeit zum 3:1 auf dem Schlappen hatte, doch die Einheimischen hatten in diesen Minuten das Glück auf ihrer Seite. Dieses hatte Walch dann nicht, als er nach seiner Ampelkarte das Feld räumen musste (64.). Nun drückte natürlich der Gastgeber und wollte seine Überzahl nutzen. Zwei von Holl verwandelte Elfmeter drehten die Partie (73./78.). Den ersten pfiff Schiedsrichter Jonczyk auf Intervention seines Assistenten und dem zweiten ging ein Foul von Pyterke gegen Simon voraus. Nun hatte Hildburghausen alle Trümpfe in der Hand, Führung und Überzahlspiel, doch der VfL kämpfte sich in das Spiel zurück. Jeder der eingesetzten Akteure wuchs über sich hinaus und der eingewechselte Brinschwitz war fünf Minuten vor dem Ende zur Stelle, als Geyling einen Dietsch-Schuss nicht festhalten konnte (85.). Vorher hatte er schon zwei Gelegenheiten zum möglichen Ausgleich. Als viele schon mit dem Remis rechneten, schickte Mantlik nochmal Meiningens Kapitän auf die Reise, der nur durch ein Foul im Strafraum am Abschluss gehindert werden konnte. Schleicher bekam folgerichtig Rot (90.) und der Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung und drosch die Kugel unhaltbar in die Maschen vom Punkt. Nach dem Schlusspfiff dann brach der Jubel aus, ob der vollbrachten Energieleistung an diesem Tag.

VfL-Trainer Timo Krautwurst: „So ein Spiel habe ich selten erlebt, aber jetzt überwiegt erst mal nur die Freude. Wie wir zurück gekommen sind nach der Gelb-Roten Karte und dem Rückstand war sensationell. Ein riesiges Kompliment an alle.“

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